Technische Vorschrift Gasdruckfedern

1. Werden Gasdruckfedern dort eingesetzt, wo ein Ausfall des Produkts zu Personen oder Sachschäden führen kann, müssen zusätzliche Sicherungselemente eingesetzt werden. Der Ein- Ausbau von Gasdruckfedern hat grundsätzlich unter Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften zu erfolgen.

2. Einbau und Lagerung der Gasdruckfedern

Gasdruckfedern müssen mit der Kolbenstange nach unten eingebaut werden.

Druckverluste aufgrund vorschriftsmäßiger Lagerung sind nicht zu erwarten, jedoch sollten die Gasdruckfedern nicht länger als 1 Jahr gelagert werden.

Bei erstmaliger Betätigung der Gasdruckfeder nach längerer Ruhepause kann ein Festklebeeffekt auftreten, somit sind höhere Kräfte aufzubringen.

3. Gasdruckfedern sind keine Sicherheitsteile!! Sie sind Verschleißprodukte und müssen somit je nach Belastung und Einsatzgebiet ausgetauscht werden. Sie müssen vor Korrosion geschützt werden, um die Lebensdauer und Dauerfestigkeit zu erhöhen. Geringe Mengen Hydrauliköl können nach längerer Zeit austreten. Diese dürfen nicht mit Lebensmittel oder Grundwasser in Kontakt treten.

4. Ein Nachfüllen der Produkte darf nur beim Hersteller vorgenommen werden.

5. Gasdruckfedern nicht öffnen. Hoher Druck. Nicht über 80°C erhitzen!

6. Spiel an den Anlenkpunkten berücksichtigen. D.h. ein starrer Einbau ist zu vermeiden. Anlenkpunkte regelmäßig schmieren, um geringe Reibungswerte und höhere Lebensdauer der Anschlüsse zu erzielen.

7. Aufgeschraubte Anschlüsse (Augen etc.) müssen vollständig eingeschraubt sein und ggf stirnseitig aufliegen. Event. Lose Anschlüsse müssen vor dem Einbau vollständig aufgeschraubt werden. Sollten Vibrationen auftreten, so sind die Anschlüsse gegen Verdrehen zu sichern. (Konstruktionskleber).

8. Verkanten der Kolbenstange unbedingt vermeiden

9. Nur axiale Belastungen sind zulässig. Quer- und Torrosionskräfte dürfen nicht auftreten.

10. Gasdruckfedern dürfen nicht auf Zug belastet werden.

11. Gasdruckfedern nicht als Endanschlag benutzen. Lässt sich dies nicht vermeiden, so dürfen die Produkte nur mit max. 30% ihrer Nennkraft belastet werden. Bei hohen Kräften müssen mechanische Endanschläge zusätzlich angeordnet werden, um eine Überdehnung der Gasdruckfeder zu vermeiden.

12. Gasdruckfedern dürfen nur bei Temperaturen von –20°C bis + 80°C eingesetzt werden. Liegt der Einsatz im Kältebereich unter –20°C so ist dies bei der Anfrage bereits anzugeben. Beachten Sie bitte, dass sich Kräfte der Gasdruckfeder temperaturabhängig sind und sich entsprechend ändern. Siehe Schaubild.

13. Geringfügige Beschädigungen, Korrosion, Schweißspritzer oder Farbreste auf der Kolbenstange führen zum Ausfall der Gasdruckfeder. Das Zylinderrohr darf nicht beschädigt oder deformiert werden. Grundsätzlich führen alle Veränderungen durch Dritte an den Gasdruckfedern zum Ausschluss der Haftung und Gewährleistung.

14. Maximaler Druck in den Gasdruckfedern 160 bar. (bei 20°C)

15. Maximale Hubgeschwindigkeit 300 mm/s. Hohe Hubgeschwindigkeiten bzw Hubfrequenzen führen zur Überhitzung und somit zur Beschädigung der Dichtungen und zum Ausfall des Produktes.

16. Gasdruckfedern stehen unter Druck. Sie dürfen nicht geöffnet oder erhitzt werden. Durch die Ölfüllung müssen die Gasdruckfedern nach dem Abfallgesetz entsorgt werden.

17. Die Lebensdauer bei gut gewarteten Gasdruckfedern liegt bei einem Hubweg von ca 10 Km. Je nach Umgebungseinfluss, Wartung und Hubfrequenz kann die Lebensdauer erheblich unter dem o.a. Wert liegen.

Bei Nichtbeachtung erlischt jegliche Gewährleistung bzw Haftung.

Als PDF Dokument downloaden